Aerial und Klang
Workshop mit Birte und Brigitte am Samstag, 26. September 2026
Workshop mit Birte und Brigitte am Samstag, 26. September 2026

Irgendwo zwischen einem gemeinsamen Traum, ein paar selbst gedruckten Flyern und dem Grundvertrauen, dass das Ganze schon gutgehen würde, eröffnen Claudia und Michael am 5. August 2007 die Türen ihres Yogastudios – damals noch als „YogaVilla“ in einer echten Villa am Waldrand in Schlebusch. Kein Schild (Denkmalschutz!), keine Erfahrung als Studiobesitzer, aber jede Menge Begeisterung. Und ein Slogan, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat ➜

Claudia Wiese kam vom WDR, Michael Wiese aus der IT-Consulting-Branche. Zusammen ein Yogastudio zu eröffnen war – je nach Blickwinkel – entweder ein mutiger Schritt oder ein riskantes Ehe-Experiment. Spoiler:
Es hat funktioniert!
Von Anfang an war uns eines wichtig: Yoga ist kein Glaube, keine Ersatzreligion und kein Lifestyle-Accessoire. Yoga ist eine bewährte Methode, den Kopf zur Ruhe zu bringen und den Körper fit und geschmeidig zu halten, ganz im Einklang mit der Wissenschaft.

Wie funktioniert der menschliche Körper? Was passiert im Nervensystem unter Stress? Warum hilft Atmen wirklich? Diese Fragen interessieren uns mehr als Räucherstäbchen-Romantik.Yoga passt sich an Menschen an, nicht Menschen ans Yoga. Was selbstverständlich, ist empfinden wir als Auftrag im täglichen Unterricht..
Auch Altare, Götter, esoterische Praktiken und Heilversprechen haben bei uns im Studio keinen Platz. Wir finden, die Kraft des Yoga erschließt sich ohne schmückendes Beiwerk.

Ganz bewusst haben wir uns von Anfang an dagegen entschieden, nur einen bestimmten Yoga-Stil zu anzubieten. Yoga braucht keinen Markennamen. Wir unterrichten, was wir für sinnvoll und vernünftig halten.
Und Spaß machen muss es auch!

Viel ist passiert seit 2007. Es lässt sich kaum kurz fassen – aber wir versuchen es trotzdem:
Wir sind gewachsen und mehrfach umgezogen, haben immer wieder Neues ausprobiert und unser Yoga weiter entwickelt.
Dutzende Yogalehrerinnen und -lehrer haben wir selbst ausgebildet – viele unterrichten heute bei uns.
Wir haben Retreats und Workshops mit Lehrenden aus der ganzen Welt zu allen Themen gemacht, die uns auf dem Weg zur Erleuchtung begegnet sind – und wir sind noch nicht angekommen.
Unser Yoga-Podcast wurde zehntausendfach heruntergeladen, Michaels Audio-Serie zu den Yoga Sutras ist in ganz Deutschland bekannt.
In der Pandemie haben wir in Rekordzeit auf Online-Yoga umgestellt – und dabei gemerkt, dass YogaYa auch im Wohnzimmer in Leverkusen oder Lissabon funktioniert (und das bis heute).

Hochwasser, Chempark-Explosion, Lockdown, Ukraine-Krieg: Die Gelegenheiten, Gelassenheit zu üben, gehen wohl nie aus …
Doch trotz oder wegen all des Wandels und der Veränderung sind viele unserer Kundinnen und Kunden schon seit der ersten Stunde bei uns. Und kümmern sich gemeinsam mit uns um die „Instandhaltung“ von Körper und Geist.
Unterricht in Präsenz und Yoga-Online bilden heute die zwei Säulen unseres Angebots. Wir unterrichten jede Woche viele Klassen – von kraftvoll bis sanft, von Flow on the Beat über Dehn-das! und Yoga für Kerle, von Atemarbeit bis Tanz. Und wir entwickeln immer noch neue Formate, weil uns langweilig wird, wenn wir nichts Neues ausprobieren.

Was sich nicht verändert hat: die Neugier, die Warmherzigkeit – und der Slogan „Gelassenheit muss man üben“
Eben!
Warum noch mal Yoga? Und was ist jetzt die Quintessenz? Und wie gehts jetzt weiter?
Ganz einfach: fang an. Du wirst es nicht bereuen.
Und hier kannst Du hören, warum.
Michael hat sich Gedanken gemacht, wie Du mit Yoga starten kannst und was Du davon hast.
Der Text stammt aus Michaels Podcast „Denk das – Eine Einführung in die Yoga Philosophie des Patañjali“
Warum solltest Du anfangen, Yoga zu üben?

Den ganzen Podcast mit seinen 89 Folgen findest Du hier:
➜ Denk-das! Eine Einführung in das Yogastura
Einmal im Monat am Sonntagabend mit Brigitte: Sanftes Yoga mit Klangbad
Yoga begleitet Heidi bereits seit 18 Jahren. Auch wenn sie zwischendurch andere Disziplinen wie Taekwondo praktiziert hat, blieb Yoga für sie immer ein fester Bestandteil. Diese Erfahrung prägt ihren Unterricht: Sie liebt die Stabilität kraftvoller Asanas und verbindet sie mit einem Stil, der alles ins Fließen bringt. Durch kreative Flows entsteht ein Rhythmus, der Kraft fordert und gleichzeitig tiefe Klarheit schenkt.
Wenn Heidi nicht auf der Matte steht, ist sie gerne mit ihrer Familie zusammen, besonders beim gemeinsamen Sport. Bewegung ist ein wichtiger Anker in ihrem Leben geworden – Joggen, Badminton spielen oder Waldspaziergänge mit dem Hund – alles mit Herz und Spaß.
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„Alles, was fließt, findet seinen Weg. In Bewegung kommen wir an.“

Yoga begleitet Ellen bereits seit vielen Jahren. Seit etwa fünf Jahren sieht sie es jedoch nicht mehr nur als Sport, sondern als Lebensweise. Durch dieses wachsende Interesse führte sie ihr Weg 2024 nach Bali, wo sie ihre Yogapraxis vertiefte und eine Ausbildung zur Yogalehrerin absolvierte.
Ihre Yoga-Stunden sind meist dynamisch und fließend. Das wichtigste für sie hierbei ist, dass man den Kopf „ausschalten“ kann und für den Moment nur mit sich uns seinem Körper verbunden ist. Hauptberuflich arbeitet Ellen als Erzieherin und hat im Yoga den perfekten Ausgleich zum oft lauten und chaotischen Alltag in einer Kindertagesstätte gefunden.
Sie liebt es, in der Natur zu sein, egal ob Berge, Meer oder Wald. Hauptsache draußen!
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„Meine Matte steht am liebsten unter freiem Himmel …“

Denk das! Das komplette Yoga Sutra des Patanjali als kostenloser Audio-Podcast mit Michael Wiese von YogaYa in Leverkusen in 89 Folgen. Humorvoll, prägnant, praktisch.
Das ganze Skript findest Du als PDF auf unserer Download-Seite.
Mit diesem Podcast bekommst Du eine schrittweise Einführung in diesen fantastischen Text. Michael Wiese unterrichtet seit Jahren Yoga-Philosophie in Ausbildungen. Als studierter Historiker liest er mit Dir den Quellentext, Sutra für Sutra. Humorvoll und prägnant erläutert Michael sein ganz persönliches Verständnis des Yoga Sutra.
„Es ist nicht der Körper, dem wir eine Diät verordnen müssen, um schlank zu werden, sondern es ist der Geist, den wir einer Diät unterziehen müssen, um ruhig zu werden.“
(Teil 69) Michael Wiese
Das Yoga Sutra des Patañjali ist eines der grundlegenden Werke zur Yoga-Philosophie. Es weist uns den Weg durch den Dschungel der Existenz, des Geistes oder der Psyche, wie man vielleicht heute sagen würde. Yoga ist eine Denkschule, ein Lebensplan, eine Geistes-Haltung. Yoga ist nicht Herabschauender Hund, Kamel und Handstand. Das sind nur Mittel zum Zweck.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
„Ich liebe die frische und angenehme
Stimme von Michael und die inhaltlichen Zusammenfassungen
sowie die Rezitationen der einzelnen Sutren!“
„Grandios … herzlichen Dank“
„Ich stecke mitten in einer 2-jährigen Yoga Ausbildung und wir beschäftigen uns gerade mit den Yoga Sutren von Patanjali. Die Podcast Reihe von Michael Wiese ist sehr inspirierend und bereichernd, erklärt die abstrakten Verse in anschaulicher Weise angepasst und verständlich für unsere Gesellschaft und unser Zeitalter. Ich liebe das musikalische Intro, die frische und angenehme Stimme von Michael und die inhaltlichen Zusammenfassungen sowie die Rezitationen der einzelnen Sutren! Ich bin sehr dankbar, euch gefunden zu haben. Herzlichen Dank für eure Arbeit.“
„Ich habe zwei verschiedene Bücher zum Yoga Sutra gelesen, dieser Podcast ist einfach klasse! Für mich hat es nochmal einiges vertieft, doch ich denke auch „Neulinge““ können hier sehr viel mitnehmen. Fantastisch auch, dass die Sutren rezitiert werden. Vielen lieben Dank YogaYa.“
„Ein wichtiger Begleiter auf meinem Yogaweg.“
„Vielen Dank für deine einmalige Art, das Yoga Sutra zu entschlüsseln und die Lektüre dieses wertvollen Reiseführers Schritt für Schritt zu begleiten. Ich liebe deine unprätentiöse und gleichzeitig respektvolle Sprache, die die Dinge auf den Punkt bringt (ekāgratā!). So ist dein Podcast ein wichtiger Begleiter auf meinem Yogaweg geworden! Vielen Dank dafür!“
Yoga – eine Philosophie: Manch einer denkt bei Yoga vor allem an die körperlichen Übungen, die so genannten Asanas. Und tatsächlich sind diese auch ein fester Bestandteil fast aller Yoga-Richtungen, die Du heutzutage so finden kannst. Macht auch Sinn: denn ein starker und zugleich flexibler Körper hilft Dir, Schmerzen zu reduzieren und dich wohl zu fühlen. „Sthira-sukham-āsanam“ – so stark und flexibel zugleich, das steht auch so im berühmten Yoga Sutra 1.46, soll ein Asana sein.
Tja, aber was glaubst Du: wie oft taucht das Wort asana im gesamten Sutra des Patanjali auf? Ich verrate es Dir: ganze zwei mal. Mmmmh. Geht es vielleicht noch um was anderes?
Sagen wir es mal mit den Worten eines berühmten Kommentars:
„Man muss hier anmerken, dass die sogenannten yogaasanas oder verschiedenen Körperhaltungen, die von sogenannten Yogis populär gemacht werden, in den Yoga-Sutren keinen Platz finden. Sie stellen eine Abweichung vom Yogaweg da, wie er von Pantanjali (…) gelehrt wird. Diese verschiedenen Arten von Asanas mögen therapeutischen Wert für gewisse Gebrechen haben, aber sie haben keine Bedeutung für Yoga, wie er in diesen Sutren dargestellt wird.“
(P.Y. Deshpande)
Interessant, oder? Ein bisschen krass vielleicht. Aber keine Sorge, Du musst nicht gleich den Abo in deinem Lieblingsstudio kündigen, schon gar nicht bei uns….
Nächste Haltestelle: Erleuchtung. Das Yoga Sutra des Patanjali ist das grundlegende philosophisch-psychologische Werk, auf dem das traditionelle wie das moderne Yoga fusst. Yoga war und ist so bunt wie das Leben. Und Yoga wurde und wird deshalb auch sehr unterschiedlich gelebt und verstanden. Und das ist gut so. Aber auf eine Grundlage können sich die meisten Anhänger des Yoga einigen: auf Patanjalis Yoga Sutra als geistiges Geländer, das uns auf dem Weg des Yoga belgeitet.
Wohin führt der Weg? Na, zur Erleuchtung natürlich, was hast Du denn gedacht? 🙂
OK, so weit ist es bei mir noch nicht, sonst könnte ich wahrscheinlich gar keinen Podcast mehr machen. Wir wollen mal etwas bescheidener bleiben. Wie wäre es damit:
„Nicht mehr so viel grübeln müssen, gelassen werden, entpannter, aber trotzdem klar und kraftvoll sein. Ruhige, freundliche Gedanken haben. Milde sein. Sich nicht so oft persönlich angegriffen fühlen. Sich nicht fortreißen lassen von seinen Gefühlen. Liebevoll statt wütend sein. Loslassen können.“Michael Wiese
Klingt doch nicht so schlecht, oder? Damit sind wir mitten drin im Yoga und im Yoga Sutra des Patanjali.
Das Menü: Die Kapitel des Sutra. Das Yoga Sutra des Patanjali besteht aus vier Kapiteln oder auch Büchern, hier ein Überblick:
| Kapitel 1: Samadhi Pada – | 51 Sutras |
| Definition des Yoga | |
| Yoga-Wege in der Praxis | |
| Stufen der Yoga-Erfahrung | |
| Kapitel 2: Sadhana Pada – | 55 Sutras |
| Die Ursache von Leiden und Unbewusstheit und ihre Überwindung | |
| Der achtgliedrige Pfad (1 – 5) | |
| Kapitel 3: Vibhuti Pada | 55 Sutras |
| Der achtgliedrige Pfad (6 – 8) | |
| Übernatürliche Fähigkeiten | |
| Kapitel 4: Kaivalya Pada | 34 Sutras |
| Das Ziel: Leben in Freiheit und in vollkommener Loslösung | |
| Gesamt | 195 Sutras |
Worum geht es: Ich gebe es mal etwas salopp wieder in meinen Worten, was die vier Kapitel des Yoga-Sutra des Patanjali beinhalten:
Von nichts kommt nichts – Gelassenheit musst Du üben. Dann wirst Du mit der Zeit erkennen, wie Dein Geist funktioniert. Es ist nämlich so: Du nimmst die Welt wahr durch Deine Erfahrungen und Erinnerungen. Und die sind wie ein Film im Kino. Dieser Film wird aber nur auf Deine geistige Leinwand projiziert, Du solltest ihn nicht verwechseln mit der echten Welt. Manche Leute erkennen das mühelos, die meisten müssen dafür lange herumprobieren. Es gibt viele Wege, wie Du gelassener und glücklicher werden kannst, finde Deinen eigenen! Dann wirst Du immer besser unterschieden können, ob Du nur ein Filmbesucher bist oder ein echter Kinobesitzer.
Aber sein kein Streber: wenn Du Dich zu sehr bemühst und zu stolz bist auf erste Erfolge, geht das Ganze nach hinten los. Lasse los, vertraue – und erkenne.
Noch nicht so richtig klar, oder? Gut, hier hast Du eine Liste der Dinge, die Dir das Leben schwer machen. Es sind vor allem: Selbst-Täuschung, Egoismus, Gier, Vorurteile und Angst. Diese Dinge sind wie Spinnweben, die Dich festhalten wollen. Um sie abzuschütteln, musst Du die Art ändern, wie Du mit Dir und Deiner Umwelt umgehst. Tiefes Atmen und die Konzentration auf das Wesentliche werden Dir dabei helfen.
Wenn Du dauerhaft gelassener und glücklicher wirst, können Sachen passieren, die Du jetzt noch für ganz unmöglich hältst: wahre Wunder. Du bist auf dem Weg zu absoluter Freiheit. Aber Achtung: Lass‘ Dich von diesen Wundern nicht zu sehr beeindrucken!
Du bist schon sehr weit gekommen auf dem Weg zur Freiheit – aber Du kannst sie nicht erzwingen! Die Freiheit, um die es hier geht, ist viel größer und stärker, als Du Dir vorstellen kannst. Sie ist so radikal, dass Sie Dein Bewusstsein komplett verändern – und letztlich Dein Ich auflösen wird im großen Ganzen.
Die Fragen, die uns im Leben wir im Yoga Sutra des Patanjali begleiten, sind elementar und ähnlich zu allen Zeiten
Suchst Du einen Dozenten für dein Teacher Training?
Du bist Yoga-Unternehmer.in und bietest ein eigenes Teacher-Training an, weißt aber nicht so recht, wie du das Yoga-Sutra des Patañjali integrieren sollst? Ich arbeite gern auch für Dein Studio und bereichere deine Ausbildung mit meinen Kenntnissen im Unterrichten des Yoga-Sutras und meiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Erwachsenenbildung.
M. Wiese
Über das Rezitieren von Sutras: In meinem Podcast bespreche ich alle Kapitel und alles Sutras, ich rezitiere dabei die Sutras auch auf Sanskrit und liefere dann eine Übersetzung auf Deutsch, oder besser Übertragung, denn die Übersetzungen des Yoga Sutras unterscheiden sich erheblich, je nach Perspektive und Blickwinkel der Übersetzer.
Bei der Rezitation orientiere ich mich an Srivatsa Ramaswami, einem Schüler von Krishnamacharya, der wiederum ein Urvater des modernen Yoga war. Damit versuche ich, den Text auswendig zu lernen, mehr so als Gedächtnistraining. In weiteren Workshops unter anderem bei der wunderbaren Nitya Mohan konnte ich das dann noch verfeinern und überprüfen. Natürlich erhebe nicht den Anspruch der perfekten Aussprache und Indologen und Sanskrit-Gelehrte mögen mir meine Fehler verzeihen , aber es macht mir einfach Spaß, es so gut wie möglich zu machen und euch ein Gefühl für die wunderschöne Sprache Sanskrit zu vermitteln.
Grundsätzlich gibt es zwei Wege der Rezitation: die Wörter werden langsam nacheinander gesprochen mit einer kleinen Pause oder die Wörter eines Sutras werden in einem Fluss (oft einem Atemzug) gesprochen und die Wortgrenzen verschwimmen. Dieser Methode folge ich.
Ich gehe einfach gern durch den Wald und versuche, die Sutren zu memorieren und zu trainieren. Was das für einen Sinn macht? Keinen oder eben doch: den Geist zu trainieren. Ich bin manchmal eben etwas nerdig, wie alle Yogis.
„Für mich persönlich ist das Sutra eher wie ein rätselhafter Reiseführer durch eine sehr große unbekannte Stadt. Ich erhalte zahllose Tipps, wohin ich gehen könnte, aber es gibt immer wieder auch Alternativen, wie in einem Suchspiel. Du kannst der vorgeschlagenen Route folgen, aber dann merkst Du, dass Dich das nicht weiterbringt und du fast schelmisch immer wieder zu Plätzen geführt wirst, wo Du vorher schon warst. Also denke ich: ein bisschen ausführlicher könnten die Erklärungen hier schon sein, mein lieber Patanjali! Doch dann schaue ich mich um, was bleibt mir anderes übrig, und versuche selbst zu entdecken, was im Reiseführer nur mit kargen Worten beschrieben ist.
Ich muss die Erfahrung selbst machen. Und wenn ich ein Gebäude betrete, dann entdecke ich vielleicht weitere Hinweise über seine Bedeutung, oder ich frage jemanden, der mich wieder auf einen Kaffee einlädt. Das sich daraus ergebende Gespräch führt wieder an eine ganze andere Stelle usw. Am Ende habe ich eine einzigartige Reise hinter mir, die ich jederzeit wiederholen kann, weil sie jedesmal anders ist. Irgendwie ist der Reiseführer sein Geld wert.“
Yoga ist eine Diät. Vielleicht die beste Diät, die es gibt. Nein, keine, bei der Du unbedingt Gewicht verlierst, obwohl auch das passieren kann. Weil du vielleicht bewusster und weniger isst und beginnst, dich fleischloser zu ernähren. Denn Du kannst der Gewaltfrage (ahimsa) nicht ausweichen. Gewalt, die wir unseren fühlenden und intelligenten Tieren antun. Wie könnte man je ruhig und gelassen werden, wenn man sich dieser Frage nicht stellt.
Aber mit Diät meine ich natürlich etwas ganz anderes. Ich rede von der Diät für den Geist. Wir sind den ganzen Tag Millionen von Eindrücken und Erlebnissen ausgesetzt, die wir irgendwie verarbeiten, bearbeiten, bewerten und einsortieren müssen. Wir sind so abgelenkt mit der Beschäftigung mit der äußeren Welt und noch mehr mit der inneren Welt („bin ich schön/schlau/nett/reich/gesund/gelassen genug?), dass wir überhaupt keine Gelegenheit haben, mal weniger zu machen, zu denken, zu bewerten. Denn das ist anstrengend. Also füllen wir immer mehr rein in unseren Kopf. Wir stressen uns permanent und nehmen uns selbst zu wichtig. Ja, wir stellen uns in den Mittelpunkt des Universums. Manchmal jedenfalls. Wir können aber innehalten und uns dem starken Strom des Ego entgegenstellen. Wir können unser Bewusstsein durch beharrliches Üben und Loslassen andererseits einer Diät unterziehen. Freiheit ist eine Übung in Subtrahieren.
Weniger machen, denken, ablenken, einfach weniger wollen ist noch viel schwerer, als die Mousse au chocolate stehen zu lassen.
Ein Ranking der wichtigsten Sutras ist natürlich unmöglich. Viele würden vielleicht sagen, der 8-fache Weg zur Versenkung ist das Wichtigste im Sutra. Aber der 8-fache Weg erstreckt sich über zahlreiche Abschnitte des Sutras und sogar über 2 Kapitel. Überhaupt: manche Abschnitte des Yogasutra des Patanjali erschließen sich schneller, manche sind reichlich kompliziert. Aber jeder und jede wird Passagen im Yoga Sutra finden, die einen besonders beschäftigen, berühren, ermutigen oder auch provozieren.
Auch wenn man bei einem historischen Quellenwerk nicht gut beraten ist, einzelne Aspekte aus dem Kontext herauszureißen – das sollte man übrigens nie machen – ist es aus meiner Sicht doch legitim, Lieblingssutras zu haben. Warum auch nicht?
Mein Lieblingssutra ist das 20. Sutra aus Kapitel 1:
śraddhā-vīrya-smṛti samādhi-prajñā-pūrvaka itareṣām
(gesprochen: Schradda-Virja-Smritti-Samadhi-Pragnja-Purvaka-Itarescham)
Das bedeutet so viel wie: Das Leben mit Mut, Zuversicht, Vertrauen und Tatkraft gestalten ist ein Weg, die Freiheit zu erlangen. Das ist hier ein bisschen ein Trostpflaster für alle, die nicht von Natur aus mit der Gabe der tiefen Meditation und Versenkung ausgestattet sind. Denn solche Menschen gibt es ja auch. Besondere Menschen, die sich gar nicht erst abrackern müssen, denen steht die Tür zur Weisheit, Freiheit und Erleuchtung einfach so offen. Vielleicht gab es schon immer solche Leute, vielleicht Jesus, oder Buddha – wobei der hart um seine Erleuchtung gerungen hat. Oder Osho, ach ne, der war ein Blender und Ausbeuter. Oder der Dalai Lama, der das aber lachend bestreiten würde. Schöne Vorstellung, irgendwie.
Es gibt viele wunderbare Passsagen im Yogasutra, bestimmt findest Du auch für dich besonders wertvolle. Ich wünsche Dir viel Spaß dabei und wertvolle Erkenntnisse.
Michael Wiese
von R. Sriram.
R. Sriram ist ein bedeutender Yogalehrer und Gelehrter in Deutschland. Seine Übersetzung des Yoga Sutra ist ein tolles Buch für alle, die sich mit Patañjali beschäftigen wollen. Wir nutzen, wie viele andere Studios, diese Übersetzung auch in unseren Ausbildungen. Sie sind modern und recht leicht verständlich. Die Sutras werden erklärt und auch die einzelnen Sanskrit-Begriffe anschaulich übersetzt. Ein super Einstieg ins Thema.
Theseus Verlag 2003
Übertragung und Kommentar von T.K.V. Desikachar
T.K.V. Desikachar ist einer der „Urväter“ des modernen Yoga. Ein großer Gelehrter, der unfassbar viel dafür getan hat, auch Menschen „im Westen“ Yoga nahe zu bringen. Die Übersetzung ist etwas schwülstiger, als die von Sriram, aber das ist nicht unbedingt schlecht. Interessant ist auch die beigefügte CD, auf der es eine Rezitation des Sutra gibt.
Via Nova, Verlag, Dezember 2003 – inkl CD
Die klassischen Lehrsprüche des Patanjali
Ui, ui, ui. Wer wirklich tiefer tauchen will, wird hier fündig. Mein absoluter Favorit. Sehr komplex in den Erläuterungen, aber wirklich „mindblowing“. Ich nutze dieses Buch seit Jahren und entdecke immer wieder neue Aspekte.
Herausgegeben von P. Y. Deshpande
Übersetzt von Bettina Bäumer, Barth O.W.
August 2010
Geschichte, Literatur, Philosophie & Praxis
Das hier ist etwas für alle, die den noch größeren Blick auf Yoga suchen. Der renommierte Kenner Georg Feuerstein, leider schon verstorben, hat hier ein umfassendes Kompendium über Yoga zusammengetragen. Ein absolut phantastisches Werk, leider fast vergriffen. Das Sutra ist ein Teil des Buches mit der – soweit ich es beurteilen kann – quellnächsten Übersetzung.
Wiggensbach, 2008.
Viel Spaß beim Lesen, Staunen und natürlich beim Üben!